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  <title>Aktuell</title>
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  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/kunst/eine-aktuelle-pieta">
    <title>Eine aktuelle Pietà</title>
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    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Fotografien können Abbilder, Vorbilder und Sinnbilder der Welt und des Lebens sein. Das zeigte bereits der Wettbewerb <a class="internal-link" href="die-besten-pressefotos-2012">swiss press photo 2012</a>,<span style="text-decoration: underline;"></span> noch eindrücklicher das Siegerbild des world press phot of the year 2011. Fatima al-Qaws wiegt am 15.<sup> </sup>Oktober in Sanaa, Jemen, ihren Sohn Zayed in den Armen; der spanische Fotograf Samuel Aranda stand daneben und hat die Szene festgehalten.</p>
<p>Er war von Tränengas getroffen worden, als er an einer Demonstration teilnahm. Anhaltende Proteste gegen das 33 Jahre dauernde Regime des autoritären Präsidenten Ali Abdullah Saleh eskalierten an diesem Tag. Zeugen berichteten, dass Tausende über die Zubairy Strasse, eine Hauptverkehrsstrasse, gelaufen seien und dass auf sie geschossen wurde, als sie den Checkpoint zum Aussenministerium erreichten. Einige Demonstranten wichen zurück, andere gingen weiter und wurden wieder beschossen. Es starben mindestens zwölf Menschen und etwa 30 wurden verletzt.</p>
<p>Die Mutter, selbst am Widerstand gegen das Regime beteiligt, fand ihren Sohn erst bei ihrer zweiten Suche unter den Verwundeten in einer Moschee, die als Feldlazarett genutzt wurde. Der Sohn war nach dem Zwischenfall zwei Tage im Koma. Bei weiteren Demonstrationen wurde er noch zweimal verletzt. Am 23. November 2011 floh Präsident nach Saudi-Arabien und unterzeichnete eine Vereinbarung, in der er die Macht seinem Stellvertreter Abdurabu Mansur Hadi übertrug. Salehs Herrschaft endete formell nach der Präsidentschaftswahl mit Hadis Vereidigung am 25. Februar 2012.</p>
<p><img class="image-inline" height="883" src="../../bilder/PN1_1.JPG" width="1327" /></p>
<h3><b>Eine Ikone …</b></h3>
<p>Der spanische Fotograf Samuel Aranda hat das Bild gemacht, hat abgebildet, was er vorgefunden hat, was bekanntlich die erste Aufgabe der Pressefotografen ist. Das Bild aber wirkt weltweit weiter: als Vorbild. Bei Millionen Menschen löst es im Fühlen, Denken, Sprechen und Handeln etwas aus, wird zu einem Bild, das Sinn stiftet, zu einem Sinnbild. In der heutigen Medienwelt wird ein solches Bild eine Ikone.</p>
<p>Ähnlich geht es Mark Henley mit seinem Foto aus der Serie «Bank on us» mit dem rennenden Banker im Regen beim diesjährigen Schweizer Fotowettbewerb. Ähnlich auch Pablo Picasso (1881 – 1973) mit seinem Kriegsbild «Guernica», über das er sagte: «Dieses Bild ist nicht zu Dekorationen von Wohnungen bestimmt. Es ist eine Kriegswaffe, offensiv und defensiv gegen den Feind.» Inhaltlich und formal mit dem Foto ähnlich ist die weltweit bekannte «Pietà» von Michelangelo aus dem Jahre 1498/99, ähnlich auch, doch formal anders, strenger und wesentlicher steht dagegen die «Pietà Rondanini», an welcher der Meister von 1552 bis 1564 gearbeitet hatte. Und zu diesen hat der Spanier Samuel Aranda 500 Jahre später eine «Pietà» geschaffen, die für unsere Zeit und unsere Welt Gültigkeit hat.</p>
<h3><b>… des 21. Jahrhunderts</b></h3>
<p>Die in einer Burka verschleierte Frau hält einen halb nackten, verletzten Demonstranten im Arm, dominant, leicht links von der Mitte, oben den Bildrand berührend, frontal zu uns. Sie ist ganz «Mater dolorosa», obwohl wir ihr Gesicht nicht erkennen. Der gequälte Körper ihres Sohnes lehnt mit schmerzgeöffnetem Mund an den Hals der Mutter. Er kam dahin zurück, wo er einst war. Mit einer ihrer weiss behandschuhten Hand hält sie seinen Kopf, führt ihn an ihren Hals, mit der andern seinen rechten Arm, der über seinem linken liegt: Nähe, Halt, Schutz bietend. Aus dem kleinen Spalt im Kleid sieht die Mutter leidend den leidenden Sohn.</p>
<p>Die von «<i>The New York Times»</i> erstmals veröffentlichte Aufnahme stehe für den «Arabischen Frühling» und somit für die Demokratiebewegung in der Region insgesamt, befand die Jury. Das Siegerbild zeige einen ergreifenden und emotionalen Augenblick eines Ereignisses, das sich weiterentwickle, meinte der Jury-Präsident. Beide abgebildeten Personen sind ein lebendiges Bild jener Menschen, die mit ihrem Mut dazu beitragen, ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Mittleren Ostens aufzuschlagen. Das Foto steht für die Frauen und Männer, die in Nordafrika und in andern Gebieten der Erde ihr Leben einsetzen für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit.</p>
<h3><b>… von Samuel Aranda</b></h3>
<p>Der Fotograf<b> </b>Samuel Aranda wurde 1979 in Barcelona geboren. Mit 19 begann er für «El Pais» und «El Periodico de Catalunya» zu fotografieren. Einige Jahre später reiste er in den Nahen Osten und arbeitete über den dortigen Konflikt für die spanische Agentur EFE. 2004 begann er für Agence France Presse soziale Themen in Spanien, Pakistan, im Gazastreifen und in der Westbank, im Libanon, Irak, in Marokko und in der westlichen Sahara zu fotografieren.</p>
<p>2006 gewann Aranda den Preis der spanischen Fotojournalisten für eine Reportage über Afrikaner, die versuchen, nach Europa zu fliehen, mit Fotos und einem Dokumentarfilm für BBC. Dann arbeitete er als Freelance in Usbekistan, Indien, Kosovo, in Südafrika vor der Fussballweltmeisterschaft, in Kolumbien, in Moldawien und Transnistrien, bei Strassenkindern in Bukarest und bei der Mafia in Neapel. 2011 reiste er erneut nach Tunesien, Ägypten, Libyen und Yemen. Gegenwärtig arbeitet er für die «The New York Times», «El Magazine de La Vanguardia» und weitere Publikationen, vertreten wird durch Corbis Images. Ein <a class="external-link" href="http://www.worldpressphoto.org/samuel-aranda)">Interview mit dem Fotografen</a> leuchtet die Hintergründe seines Schaffens aus.</p>
<p>Das Siegerfoto ist zusammen mit weiteren rund 160 prämierten Pressebildern, in neun Kategorien gegliedert, noch bis zum 28.<sup> </sup>Mai 2012 im Papiersaal, Sihlcity, Kalenderplatz 6, 8045 Zürich, zu sehen: Mo – So 11:00 bis 19:00, Fr. 11:00 bis 21:00. Eine <a class="external-link" href="http://www.news.de/gesellschaft/855271233/world-press-photo-2012-beste-pressefotos-der-welt-samuel-aranda-mit-arabischem-fruehling/1">Diaschau über die Preisträger</a> und ein Katalog zu Fr. 39.- vertiefen den Ausstellungsbesuch.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-09T19:47:22Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/le-roy-maximilien-die-mauer.-bericht-aus-palastina">
    <title>Le Roy, Maximilien: Die Mauer. Bericht aus Palästina</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/le-roy-maximilien-die-mauer.-bericht-aus-palastina</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Zeichner Maximilien Le Roy, 1985 in Paris geboren, hat sich nach dem Kunststudium ganz dem Comic-Zeichnen und dem Reisen verschrieben. Nach Mali, Ruanda und Indien folgte 2009 sein erster Aufenthalt in Palästina. Dort traf er Mahmoud Abu Srour im Rahmen eines Zeichenworkshop im Kulturzentrum des Flüchtlingslagers Aida bei Bethlehem. Beide waren 22 Jahre alt und verstanden sich auf Anhieb. Ein Jahr später reiste er nochmals zu ihm, und aus dieser Begegnung ist das Buch «Die Mauer. Bericht aus Palästina» entstanden. Darin erzählt Mahmoud aus seinem Leben als Palästinenser. Maximilien machte die Zeichnungen dazu und schrieb die Texte. Formal und ideologisch inspirieren lässt dieser sich von Gauguin und Pollock, der Musikgruppe Nirvana und Jacques Brel, von Jack London und dem Linguisten Noam Chomsky. Der erzählerische Plot handelt vom Alltag der Palästinenser unter der Besatzung: den Schikanen, die sie durch die Mauer, die Checkpoints und die Siedler erleiden, ihrer Situation, als «Terroristen» abgestempelt zu werden, und den Hauszerstörungen und der ungebremsten Landnahme. Er weitet seinen Horizont aber immer wieder auf vergleichbares Leid in andern Regionen der Erde, in Vietnam, Kambodscha und Groszny, und verschweigt weder die Intifada und die Shoah mit ihren Folgen.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/Maximilien%20Le%20Roy%20Alger%202010.JPG/@@images/image/preview" /></p>
<p>Die Zeichnungen verraten einen breiten formalen Reichtum des Künstlers, der in einer andern Sprache, eben dem Comic, spricht, was andere wissenschaftlich oder literarisch tun – stets getragen jedoch von seiner grossen Anteilnahme am Schicksal der Menschen. Das Buch wird abgerundet mit Fotos von Mahmoud Abu Srour, einer Reportage von Maxence Emery und einem Gespräch mit Alain Gresh, einem Chefredaktor von «Le Monde diplomatique». Ein ernstes und dennoch witziges, ein leichtes und dennoch wichtiges Buch zum Nahostkonflikt.</p>
<p>Le Roy, Maximilien: Die Mauer. Bericht aus Palästina. Edition Moderne. Zürich 2012. 103 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-08T16:40:35Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/grossman-david-die-umarmung">
    <title>Grossman, David: Die Umarmung</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/grossman-david-die-umarmung</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<p>Es gibt dicke Bücher, die einem wenig, und es gibt dünne, die einem viel bedeuten und mitgeben. Ein solches ist das dünne Bändchen «Die Umarmung» von David Grossman, der 1959 in Jerusalem geboren wurde und von dem bisher grosse Romane über das Leben in Israel und kluge Analysen des Nahostkonfliktes erschienen sind. Die Protagonisten seines neuesten Werkes sind eine Mutter und der kleine Ben, die miteinander einen Spaziergang machen und dabei ins Gespräch kommen.</p>
<p>Die Mutter sagt zu ihrem Jungen, dass sie ihn lieb habe und er einzigartig sei auf der ganzen Welt. Was sie als Wertschätzung versteht, macht ihn traurig. Er möchte, dass es noch andere gibt wie er, die Eltern genügen ihm dafür nicht. Doch genauso wie er ist, gibt es nur ihn, ist er also allein. «Jeder ist ein bisschen allein und auch ein bisschen mit den andern», tröstet ihn die Mutter. Eine vorbei Ameisenschar am Weg lässt ihn weiter über diese Einsamkeit sinnieren, bis ihn die Mutter umarmt und er spürt: «Jetzt bin ich nicht mehr allein.»</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/david%20grossman.jpg" /></p>
<p>Zarte, fast durchsichtige, wie hingehauchte Zeichnungen der israelischen Künstlerin Michal Rovner illustrieren diese kindlich einfache und gleichwohl tiefsinnige Geschichte, schaffen eine Stimmung zum Sinnieren. Diese ganze Erzählung ist für mich ähnlich allgemeingültig wie einzelne Teile des «Kleinen Prinzen» von Antoine de Saint-Exupéry. Und wenn man dieses überall gültige Gleichnis des Immer-Allein- und gleichzeitig Aufeinander-Angewiesen-Seins auf die Situation in Israel und Palästina überträgt, hat sie auch dazu eine Botschaft, über die nachzudenken es sich lohnt. Denn «es gibt auch keinen andern so wie du auf der ganzen Welt» kann durchaus als Verabsolutierung des eigenen Volkes gegenüber den andern gelesen werden. Doch «ich bin ein bisschen allein und ein bisschen mit den anderen» kann dann auch als eine visionäre Antwort auf die unselige Situation im Nahen Osten verstanden werden.</p>
<p>Grossman, David: Die Umarmung. Mit Zeichnungen von Michal Rovner. Hanser Verlag, München 2012</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-08T12:17:51Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/capovilla-nandino-ein-priester-in-der-holle">
    <title>Capovilla, Nandino: Ein Priester in der Hölle</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/capovilla-nandino-ein-priester-in-der-holle</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der italienische Journalist und Priester Nandino Capovilla, Leiter von Pax Christi Italia, führte 2009 lange Gespräche mit Padre Abuna Manuel Musallam, der 1938 in Palästina geboren, 1963 ordiniert wurde und seit 1995 während vierzehn Jahren in der Gemeinde zur Heiligen Familie in Gaza Priester war. Ergänzt durch einige Dokumente, unter anderem einen Brief an Papst Benedikt XVI, und Fotos bilden diese Gespräche den Inhalt des persönlichen, engagierten, von christlicher Liebe und christlichem Zorn erfüllten Buches.</p>
<p>Der Pater, der von seinen Erfahrungen erzählt, ist also jemand, der das Leben im Gazastreifen kennt und die israelische Operation «Gegossenes Blei» vom 27. Dezember 2008 bis 18. Januar 2009 aus nächster Nähe miterlebt und erlitten hat. Ein Massaker war es; kein Krieg; denn es standen sich keine Heere gegenüber, sondern ein hoch gerüstetes Heer und eine Zivilbevölkerung. Die Fakten darüber sind bekannt, belegt und hier <img class="image-left" height="349" src="../../bilder/priest-gaza-manuel-musallam-marseilles_350703.jpg" width="523" />auszugsweise wiederholt: Innerhalb der ersten zwei Minuten wurden alle Polizeiposten bombardiert und vierundsechzig Polizeioffiziere getötet. Am Ende der 27-tägigen Operation waren 1396 Personen getötet, davon 64 Hamas-Milizionäre, 320 Kinder und 111 Frauen sowie 9 Israeli. Eingesetzt wurden dabei weisse Phosphor-Bomben und andere nach den Genfer Abkommen verbotene Waffen.</p>
<p>Das Buch ist ein Aufschrei und eine Anklage an die Christen, inklusive Papst, und die Politiker der Welt, welche dies alles zuliessen, eine Kritik an die meisten Medien, die sich von der israelischen PR-Maschinerie missbrauchen liessen – und ein Aufruf an uns alle, im Nachhinein wenigstens die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen und zu verbreiten – und weiter ins Land zu kommen, um zu sehen und zu hören, wie das Leben in Palästina wirklich ist.</p>
<p>Capovilla, Nandino: Ein Priester in der Hölle. Vorwort von Wiltrud Roesch-Metzler. Zambon Verlag, Frankfurt a. M. 2011, 159 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-08T11:36:06Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/kunst/die-besten-pressefotos-2012">
    <title>Die besten Pressefotos 2012</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/kunst/die-besten-pressefotos-2012</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In der Ausstellung «swiss press photo 12» zeigt das Landesmuseum Zürich die besten Pressebilder des Jahres 2011.</p>
<p>Zudem stellt es Fotografien von Robert Frank aus, der mit dem diesjährigen Ehrenpreis «Swiss Press Photo Life Time Achievement Award» ausgezeichnet worden ist. Weltbekannt wurde der 1924 in Zürich geborene Frank durch seine Arbeit «The Americans» Ende der 50er Jahre. Die Gegenüberstellung der Werke der neuen Preisträger mit jenen eines der grössten lebenden Fotografen regt zu Vergleichen und Grundsatzdiskussionen an.</p>
<p><i></i></p>
<p>Seit zehn Jahren werden die besten Fotografien des jährlichen Wettbewerbs von Swiss Press Photo im Landesmuseum präsentiert. 40 Fotografinnen und 173 Fotografen haben dieses Jahr daran teilgenommen. Eine internationale Jury wählte die Gewinner aus 2586 Bildern aus. Mark Henley gewann den Hauptpreis mit seinen Bildern über das Schweizer Bankenwesen in der Kategorie Aktualität. Die Preisträger der anderen Kategorien sind: Adrian Moser in der Kategorie Porträt, Georges Cabrera im Sport, Simon Tanner bei Kunst und Kultur, Olivier Vogelsang bei Alltag und Umwelt sowie fürs Ausland.</p>
<p><i>Vielleicht ergibt sich beim Betrachten der prämierten Bilder eine Erklärung, warum die Ausstellung «C’est la vie!» im Seniorweb nicht vorgestellt wurde, obwohl sie im Landesmuseum ein Publikumsrennen war. Es waren für mich mehrheitlich Fotografien für den täglichen Gebrauch, nicht mehr. Im Gegensatz dazu zeigt die aktuelle Ausstellung mit den besten Pressefotos Werke, die das Leben und die Welt deuten, was ich von Kunst, auch der Fotografie, verlange.</i></p>
<h3><b>Die Siegerfotos und ihre Botschaften</b></h3>
<p><b><i>Kategorie Aktualität mit dem Siegertitel aus der Serie «Bank on us» von Mark Henley</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Bank.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Es heisst, dass ein Drittel des weltweiten Vermögens auf den Konten der Schweizer Banken liegt. Als Gründe gelten die politische Stabilität der Schweiz und das Bankgeheimnis, welches die Steuerflucht begünstigt. Das Zentrum des Finanzplatzes liegt am Zürcher Paradeplatz, wo die UBS und die CS das Gold und die Geheimnisse verwahren. Das von den USA und der EU scharf kritisierte Bankgeheimnis dürfte langsam am Ende sein. Mark Henley zeigt darüber eine Fotoserie mit dem Siegerbild, das die Qualität einer Ikone hat. Schutzlos im Regen, davoneilend, allein: ein Banker auf dem Paradeplatz, rundherum die Mausoleen des Geldes. Er hat die Bodenhaftung verloren, genau wie die Bankbosse, die sich ausgeklinkt haben aus der Welt des Menschlichen. Doch der Platzregen wird wohl bald vorbei sein, und alles wird wieder, wie es war: raffgierig, rücksichtslos, zerstörerisch.</p>
<p><b><i>Kategorie Alltag und Umwelt mit einem Foto der Serie «Bain de minuit» von Olivier Vogelsang</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Alltag%20und%20Umwelt.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Ein Mitternachtsbad. Jeweils am Abend vergnügen sich in Genf am See, an den Stränden und in privaten Schwimmbädern, Jung und Alt, in Badehose oder auch ohne, allein oder zu mehreren. Die Bildserie von Olivier Vogelsang entstand im Juli und August 2011. Eine dunkle Nacht, hell erleuchtet durch Jugendliche, die ausflippen, die den Augenblick geniessen, im Hier und Jetzt leben und sich ihrer kleinen privaten Welt erfreuen. Ein Bild voll Action: von oben nach unten, von unten nach oben, von hinten nach vorn, von vorn nach hinten, erfüllt von Zurufen und Schreien. Ein Bild wider Normen, Regeln und Gesetze, für Freiräume und Kommunikation, letztlich für die Freiheit in der kleinen quadratischen Welt, wie es das Foto zeigt.</p>
<p><b><i>Aus der Kategorie Porträt das Siegerfoto mit dem Titel «Simonetta Sommaruga» von Adrian Moser</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Portrat.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Simonetta Sommaruga war in einer Sitzung, hat zugesagt, für ein paar Fotos den Raum zu verlassen. Sie ist eben herausgekommen, die Scheinwerfer sind gestellt, ein Teppich zurückgeschoben, dass auf dem Boden vor ihr ein Schweizerkreuz sichtbar wird. Sommaruga sah, dass sie so als Mutter Helvetia abgebildet würde, und sagte Nein. Platz und Umfeld mussten neu gewählt, die Scheinwerfer neu gestellt werden. Die Bundesrätin, die dem Justiz- und Polizeidepartement vorsteht und dort schwierige Aufgaben betreut, so das Asyl-Dossier, streicht jetzt auf dem Bild ihr Kleid zurecht für das geplante Foto und blickt schräg neben sich auf den Boden – und der Fotograf Adrian Moser knipst: nicht das geplante Bild, sondern den Augenblick davor. Und damit hat er Sommaruga sich selbst überlassen, machte sie, nicht ihre Rolle sichtbar.</p>
<p><b><i>Kategorie Sport mit einem Foto aus der Serie «Combats» von Georges Cabrera</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Sport.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Über 3000 Zuschauer kamen zur ersten «Impact Night» im November 2011 nach Genf. Kampfsportarten wie Boxen, Kyokushinkai Karate und wie hier das Kickboxen, kamen zu Ehren. Was heisst da schon Ehre? Gewalt wird gefeiert. Schmerz erlitten. Blut muss fliessen. Gesellschaftlich sanktionierte Unmenschlichkeit, nach ästhetischen Kriterien gestaltet. Wie lächerlich wirken doch gegen solche Gewaltzeremonien die Anstrengungen, die in Familien, Schule und zwischen Ländern eingesetzt werden, um etwas mehr Frieden zu schaffen. Hier werden, als Sport etikettiert, Leib und Leben gefährdet, beschädigt, zerstört. Georges Cabrera kritisiert nicht, er zeigt. Wer seine ganze Serien betrachtet, erfährt mehr. «Orandum est ut sit mens sana<i> </i>in<i> </i>corpore sano» (Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei), soll der Dichter Juvenal in seinen «Satiren» geschrieben haben. Weiteres Beten scheint nötig zu sein.</p>
<p><b><i>In der Kategorie Kunst und Kultur aus der Serie «Silvesterchläuse» von Simon Tanner</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Kunst%20und%20Kultur.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Seit zweihundert Jahren feiern die Bewohner von Urnäsch jährlich zweimal Silvester. Am 31. Dezember und am 13. Januar. Dann aber gehen die ausschliesslich männlichen Silvesterchläuse jodelnd von Haus zu Haus. Ihre aufwändigen Kostüme werden monatelang geschneidert und unterscheiden sich in «Wüeschti», «Schöwüeschti» und «Schöni». Der Brauch zieht Touristen aus aller Welt an, bleibt aber zutiefst für die Einheimischen bestimmt. Welche Schönheit, Reinheit, welche Grandezza strahlt doch dieses Foto aus! Es erinnern an berühmte Porträts der italienischen und holländischen Renaissance. Welche Würde und Innerlichkeit, welche Menschlichkeit! Wird hier nicht im Werk von Simon Tanner Unsichtbares sichtbar gemacht?</p>
<p><b><i>Foto der Siegerserie «Tripoli libérée» von Olivier Vogelsang aus der Kategorie Ausland</i></b></p>
<p><b><i><img class="image-inline" src="../../bilder/Ausland.jpg/@@images/image/large" /><br /></i></b></p>
<p>Anfang 2011 galt Gaddafi noch als der amtsälteste Diktator der arabischen Welt. Der libysche Revolutionsführer hatte sich 1969 an die Macht geputscht. Später im Jahr verlangte das Volk mit Leidenschaft und Gewalt Freiheit und Demokratie und den Tod des Herrschers. Im Zuge des Arabischen Frühlings verwandelt sich der friedliche Protest in eine bewaffnete Revolte. Ende August fällt Tripolis und Gaddafi wird umgebracht. Anschliessend werden die luxuriösen Villen des Diktatorenclans geplündert. Wie schnell wird aus dem lauten, bunten Triumph blutiger, tödlicher Ernst, bei welchem auch Kinder zu Akteuren werden. -Das zeigt diese Reportage von Olivier Vogelsang, in welcher ein Knabe hinter einer rosa Federmaske Gaddafi mit seinem Gewehrkolben bedroht. Krieg in der Fotografie, in den Medien? Eine nie beantwortete Frage.</p>
<p>Ein schön aufgemachter Katalog umfasst die Bilder der ganzen Serien und enthält die nötigen Angaben zur Ausstellung. Im Landesmuseum Zürich dauert sie bis zum 15. Juli 2012. Infos siehe: <a class="external-link" href="http://www.landesmuseum.ch">www.landesmuseum.ch.</a> Im Château de Prangins wird die Ausstellung vom 7. Dezember 2012 bis 24. Februar 2013 gezeigt werden.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-06T22:40:24Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
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  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/hilu-alon-das-haus-der-rajanis">
    <title>Hilu, Alon: Das Haus der Rajanis</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/hilu-alon-das-haus-der-rajanis</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Alon Hilu, 1972 in Jaffa geboren, gehört zu den wichtigen neuen israelischen Schriftstellern. Sein erstes Buch, der historische Roman «Der Tod des Mönchs», handelt von einem Ritualmordvorwurf gegen Juden im Jahre 1840. Sein zweiter Roman, «Das Haus der Rajanis», wurde 2008 veröffentlicht und beschreibt die Beziehungen zwischen Juden und Palästinensern im damaligen Kampf um Land und Macht im Gesellschaftlichen wie im Privaten.</p>
<p>Bei seinen Recherchen im Zionistischen Zentralarchiv in Jerusalem fand Hilu das Tagebuch des Juden Isaac Luminsky aus den Jahren 1895 bis 1896 und, dabei, Erzählungs- und Tagebuchfragmente eines arabischen Jungen namens Salach, Sohn der berühmten Familie Rajani aus Jaffa. Aus diesen Quellen entstand der Roman, der die Ereignisse in Palästina aus zwei konträren Perspektiven beleuchtet. Der Autor hat dabei versucht, den Originalen sprachlich so nahe wie möglich zu bleiben, indem er, wie auch der Übersetzer Markus Lemke, den ursprünglichen Sprachstil beibehielt.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/Alon-Hilu_89281.jpg" /></p>
<p>Das Buch erlaubt durch die Augen des frisch verheirateten Agronomen Isaac Luminsky Einblicke in die damalige Situation im Agrarbereich rund um Jaffa: Das Land wurde von den Palästinensern erfolgreich bestellt, was keine Kolonialisierung durch die Juden verlangte. Breit und anschaulich malt Hilu die erotischen Spiele und sexuellen Begierden Isaacs aus, die er mit seiner Frau Esther und der von ungestillter Begierde getriebenen Geliebten Afifa Rajani befriedigte. Die geschilderten Ansichten über die Frauen sind ganz dem damaligen Zeitgeist verschrieben. Das dichterische Zeitdokument beeindruckt durch seine Bildhaftigkeit und visionären Weissagungen, etwa des «verrückten» Salach. Es legt die Charakterzüge der Araber und der Juden schonungslos offen, welche die Ursache sind für den politischen Konflikt, der die Welt nach wie vor in Atem hält. Das Werk wurde von Shimon Peres als eines der besten Bücher gelobt, weil es die Begegnung zweier Kulturen durch Einzelpersonen beschreibt.</p>
<p>Hilu, Alon: Das Haus der Rajanis. Roman. C.H.Beck, München 2011.  354 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-05T12:38:10Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/berlowitz-shelley-die-erfahrung-der-anderen.-konfliktstoff-im-palastinensisch-israelischen-dialog">
    <title>Berlowitz, Shelley: Die Erfahrung der Anderen. Konfliktstoff im palästinensisch-israelischen Dialog</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/berlowitz-shelley-die-erfahrung-der-anderen.-konfliktstoff-im-palastinensisch-israelischen-dialog</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>«Im Zentrum dieses Buches steht die Zusammenarbeit von Menschen, die miteinander in einen Dialog traten und versuchten, die Menschlichkeit der Anderen und ihre eigene zu bewahren – gegen die Schwerkraft der politischen und gesellschaftlichen Zustände.» So heisst es auf dem Umschlag des an der Universität Basel als Dissertation angenommenen Buches der in Zürich lebenden Jüdin Shelley Berlowitz. Exemplifiziert wird dies an drei palästinensisch-israelischen Dialogen – was in der Methodologie durchaus auch bei andern komplexen Dialogen nützlich sein könnte.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/9783862530205.jpg" /></p>
<p>Bisher kannte man das Thema aus Sumaya Farhat-Nasers «Verwurzelt im Land der Olivenbäume. Eine Palästinenserin im Streit für den Frieden» aus dem Jahre 2002. Die Palästinenserin schreibt als Beteiligte, persönlich und von innen, Shelley Berlowitz als Wissenschaftlerin, analysierend und von aussen. Das erste Buch endet mit dem Abbruch der Gespräche – die Autorin aber engagiert sich weiter als Friedenskämpferin. Berlowitz referiert, nach theoretischen Reflexionen, unter anderem auf Hannah Arendt aufbauend, über Dialog als Räume der Pluralität, nationale Narrative, Wahrheit und Fiktion und das kollektive Gedächtnis. Dazu untersucht sie das paradigmatische Gespräch zwischen dem Palästinenser Ibrahim Souss und dem Israeli Zvi Elpeleg und besuchte zwei dialogische Schauplätze, die über längere Zeit aufrechterhalten wurden: die Dialog-Gruppe von Beit Sahour (1998 – 2000) und die feministische Plattform Jerusalem Link (1994 – 2010): akribisch die letzten Verästelungen möglicher Fragestellungen ausleuchtend. Dabei rekonstruiert sie die Zusammensetzung der Kooperationen, interpretiert die Aussagen der Teilnehmenden behutsam und mit Einbezug historischer und politischer Kontexte. Sie zeigt kenntnisreich, wo die Wurzel des gegenseitigen Nicht-Verstehens und der Schlüssel für ein Miteinander liegen. Damit bringt die Untersuchung wesentliche Erkenntnisse für eine künftige dialogische Zusammenarbeit im Nahostkonflikt zutage. Im Schlusskapitel ortet sie dafür vier Spannungsfelder: zwischen Nähe und Distanz, Gleichheit und Ungleichheit, Reden und Handeln, Vergangenheit und Gegenwart. Mit einer Chronologie des Nahostkonflikts (von 1882 bis 2011) beschliesst sie das Buch, das erstmals die Frage der Schwierigkeiten eines Dialogs zwischen den beiden Völkern in dieser Ausführlichkeit wissenschaftlich bearbeitet. Weil die Interpretationen an konkreten Aussagen festgemacht sind, ist es auch für interessierte Nicht-Wissenschaftler (der Zitate wegen gute Englischkenntnisse vorausgesetzt) verständlich und nachvollziehbar. «Die Erfahrung der Anderen» gibt Antworten auf die entscheidende Frage – sieht man einmal von einer kriegerischen «Lösung» ab – einer Lösung des Nahostkonflikts im Dialog, in Verhandlungen. Das Buch zeigt Chancen auf, aber auch Schwierigkeiten: Indem es diese analysiert, wird es jedoch selbst zum Anfang einer leisen Hoffnung.</p>
<p>Berlowitz, Shelley: Die Erfahrung des Anderen. Konfliktstoff im palästinensisch-israelischen Dialog. Konstanz University Press, Konstanz 2012, 292 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-06T12:26:26Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/kunst/giogio-morandi">
    <title>Giogio Morandi</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/kunst/giogio-morandi</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Der Maler der erfüllten Stille</b></p>
<p><i> </i><i> </i></p>
<p>Das Museo d’Arte Lugano lädt ein, das aussergewöhnliche Oeuvre von Giorgio Morandi (1890 bis 1964) neu zu entdecken oder wieder zu betrachten.</p>
<p>Die Ausstellung ist eine Hommage an den grossen Italiener und eine seltene Gelegenheit, das Unbekannte des Weltbekannten zu bewundern. Eigentlich meint man ihn zu kennen, den Maler mit den immer gleichen Vasen, doch bei näherem Betrachten entdeckt man immer Neues in diesem Reichtum der Reduktionen. Exemplarisch und thematisch geordnet ist sein Werk, von den frühen Entwürfen bis zu den späten Meisterwerken. Da hängen seine berühmten Stillleben, sozusagen die Landschaften im Kleinen, daneben seine weniger bekannten Blumen und schliesslich seine Landschaften, sozusagen die Stillleben im Grossen. Es sind rund einhundert Werke, Ölgemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Gravuren, aus privaten und öffentlichen, italienischen und schweizerischen Sammlungen, einige davon werden erstmals in Lugano, einem Ziel seiner seltenen Auslandreisen, gezeigt.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/1920.jpg" /></p>
<p><i>Natura morta, 1920, © ProLitteris</i></p>
<p><b>Auf dem Weg in die Stille …</b></p>
<p>Die Ausstellung gibt einen repräsentativen Überblick über sein Gesamtwerk. Viele sind in einer Zeit entstanden, als um ihn herum die italienischen Futuristen sich der Technik, der Geschwindigkeit und zum Teil auch dem Faschismus verschrieben haben. Doch sie strahlen Ruhe und Innerlichkeit aus, wurden zu eigentlichen Ikonen der Stille, kommen aus der Stille und führen zu ihr zurück. Er malte, könnte man sagen, im «piano» oder «pianissimo». Selbst wenn er sich aus der Ferne mit den französischen Kubisten auseinandersetzte, blieb er, von ihnen wenig beeinflusst, sich selbst treu, den andern fremd. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens konzentrierte er sich vornehmlich auf Stillleben, daneben Landschaften, bevorzugt während seinen Sommeraufenthalten im Bergdorf Grizzana entstanden, und Blumenbilder, sozusagen als die Vereinigung von Stillleben und Landschaften.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/1929.jpg" /></p>
<p><b> </b><b> </b></p>
<p><i>Fiori, 1920, © ProLitteris</i></p>
<p><b>… und zum Grau der Erde</b></p>
<p>Morandi war in seinem ganzen Oeuvre ein «Entschleuniger», er vertrag eine Idee, die in den letzten Jahrzehnten besonders von Philosophen wie Paul Virilio (*<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1932" title="1932">1932</a>) weiter verfolgte und als Gegenentwurf gegen das entmenschlichende Tempo propagierte. Etwas Philosophisches, ja Mönchisches strahlen seine Bilder aus, die mehrheitlich in Grau, Braun und Beige gehalten sind, oder wo Grün, Blau und Geld nötig sind, diese mit Grau, Braun und Beige gemischt sind. Farblich der Erde, von der wir kommen und zu der wir gehen, also dem «Memento mori» verpflichtet.</p>
<p>Die Betrachtung von Morandis Gravuren bieten sich als Einstieg in sein Werk an. Die verschieden gerichteten Schraffuren erzeugen Töne im Schwarz-Grau-Bereich, erschaffen Hell und Dunkel, je nachdem, wie viel und wie eng sie sind. Weiss entsteht aus wenigen, schwarz aus vielen Strichen pro gegebene Fläche. Vielleicht liegt hier in der Technik bereits ein Schlüssel zu Morandis schweigender Farbigkeit.</p>
<p><b> </b><b> </b></p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/1939.jpg/@@images/image/large" /></p>
<p><i>La strada bianca, 1939, © ProLitteris</i></p>
<p><b>Die Stille erfüllen …</b></p>
<p>Als Stillleben bezeichnet die europäische Kunsttradition die Darstellung toter Gegenstände wie Blumen, Früchte, Gläser und Instrumente, welche in der Auswahl und Gruppierung inhaltlichen, oft symbolischen oder ästhetischen Aspekten folgen. Morandi gehört unbestritten zu den Grossen dieses Genres. Er erschafft Leben mit leblosen Dingen: das Leben der reinen Formen und Farben! Plausibel zeigt er, dass in der bildenden Kunst nicht die Dinge an sich wichtig sind, sondern die Art und Weise, wie sie abgebildet werde, deren Transformation vom Natur-Ding zum Kunst-Werk.</p>
<p>Es geht bei ihm um das Arrangement der Vasen, Gläser, Büchse: Wie sie nebeneinander, wie sie zueinander stehen, welche Nähe und Distanz sie einnehmen, und dann um das Licht, in das sie gehüllt sind, und die Perspektive, von welcher sie gezeigt werden. Es gibt in der Ausstellung Stillleben, bei denen ich das Gefühl habe, die Vasen, Gläser und Büchsen seien Menschen, die miteinander im Gespräch sind. Ich erlebe ein Welttheater en miniature.</p>
<p><b>… ins Undefinierte tauchen</b></p>
<p>Bei einigen seiner Bilder hat der Maler Sand in die Farben gemischt, dass die Konturen der Gegenstände nicht exakt erscheinen, sondern unscharf und damit für Deutungen offen. Er könnte damit, vielleicht unbewusst, eine Befindlichkeit des modernen Menschen vorweggenommen haben: die Unbestimmtheit, Unklarheit, etwas Unexaktes, Unentschiedenes. Werner Heisenberg hat das gleiche Phänomen 1927, also etwa zur gleichen Zeit wie Morandi, in seiner «Unschärferelation oder Unbestimmtheitsrelation» für die Physik beschrieben. Wo gibt es noch klare Grenzen? Wo gibt es noch Sicherheit? Diese fragen wir heute, wenn wir ehrlich sind, ohne darauf eine Antwort zu erhalten. Das sagen mir auch diese Werke.</p>
<p>Solche Unschärfe erweist sich jedoch nicht als Verlust, sondern als Gewinn. Einzelne Vasen und Gläser können als Positivform und gleichzeitig als Negativform gelesen werden. Was ist denn heute, so frage ich, noch verbindlich, was positiv, was negativ? Seine Haltung zu diesen Fragen macht für mir Morandis Oeuvre modern.</p>
<p> </p>
<p><b> </b><b> </b></p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/1952.jpg/@@images/image/large" /></p>
<p> </p>
<p><i>Natura morta, 1952, © ProLitteris</i></p>
<p>Giorgio Morandi führt in die Moderne: mit seiner Unschärfe, seiner Offenheit, seiner Innerlichkeit, seiner Stille, seiner Langsamkeit. Für zahlreiche andere Künstler war und ist er Vorbild, was die Luganeser Ausstellung dokumentiert. Es lassen sich Vergleiche anstellen etwa mit Bernd und Hilla Becher, Stuart Arends, Franco Vimercati, Craigie Horsfield, Franco Vimercati, Rachel Whitheread und mit Lawrence Carroll, die sich mit ihren eigens für die Ausstellung geschaffenen Werke ausdrücklich auf ihn beruft. Auch Filme der 50er-Jahre, so von Fellini und Antonioni, verweisen auf ihn, zeigen das Interesse intellektueller Schichten an seinen Bildern, indem diese im Hintergrund der Räume zu sehen sind in «La dolce vita» respektive «La notte».</p>
<p>Die Ausstellung im Museo d’Arte Lugano ist ein italienisch-schweizerisches Gemeinschaftsprojekt, kuratiert von Maria Cristina Bandera und Roberto Longhi, Marco Franciolli, Maria Pasini und Simona Tosini Pizzetti. Ein interessanter Katalog, herausgegeben von Maria Cristina Bandera und Marco Franiolli, kann einen Besuch nachwirken lassen.</p>
<p>Als Möglichkeiten, sich dem Künstler einmal anders zu nähern, bieten sich einige Youtube-Videos an, zum Beispiel «The Painter of the silence», eine Yoga Zen-Zen-Meditation vom 4. September 2009: http://www.youtube.com/watch?v=nvfH7OW8BW8. Als schönen Ausklang bietet sich auch ein Abstecher nach Bologna in die Casa Morandi, Via Fondazza 36, und auf der Rückreise vielleicht ein Besuch des Bergdörfchen Grizzana-Morandi, 54 Kilometer von Bologna, über die Hügel Richtung Florenz.</p>
<p>Bis 1. Juli 2012</p>
<p><a href="http://www.mda.lugano.ch">www.mda.lugano.ch</a></p>
<p>http://maps.google.ch/maps?hl=de&amp;tab=wl</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-10T11:46:50Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/bock-burghard-tondok-wil-palastina-reisen-zu-den-menschen">
    <title>Bock, Burghard, Tondok, Wil: Palästina: Reisen zu den Menschen</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/bock-burghard-tondok-wil-palastina-reisen-zu-den-menschen</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Dieser Palästina Reiseführer steht im Zeichen des Aufrufs «Kommt und seht» des Kairos-Palästina-Dokumentes, das palästinensische Christinnen und Christen 2009 an die Welt gerichtet haben, und unter dem Motto von Palästinenserinnen und Palästinenser, die, vom Siedlungsbau bedrängt, weiter für den Frieden arbeiten: «Wir weigern uns, Feinde zu sein.» In diesem Sinne liefert er eine gut lesbare Einführung in die politische Situation im so genannten Heiligen Land und einen differenzierten Einblick in die komplexen historischen, sozialen, kulturellen und religiösen Gegebenheiten. Er hilft den Lesenden mit der Haltung, die man dahinter spürt, und mit den Tipps, die er gibt, der Einladung Folge zu leisten und nach Palästina zu reisen, zu sehen, zu hören – und das Gesehene und Gehörte weiter zu erzählen. Er eignet sich für politisch, religiös oder historisch motivierte geführte Reisen oder, wer schon mal dort war, auch zum selbständigen Reisen: zum Studium vor und als Guide während der Reise.</p>
<p>Als Erstes ist zu vermerken, dass dieser Reiseführer sich durch Fairness den am Konflikt beteiligten Menschen und Respekt den verschiedenen Erwartungen der Reisenden gegenüber auszeichnet, ohne die Ebene der Tatsachen je zu verlassen und die weltweit verbreiteten Mythen und Lügen zu wiederholen. Als Zweites enthält er unzählige gut recherchierte und klug bewertete detaillierte Informationen, die man wissen muss, wenn man nach Palästina reisen will. Er hat einen klaren Aufbau und enthält gute Karten und Fotos, einen Anhang mit Glossar, Minilexikon für Arabisch und Hebräisch, zwei Bibelstellenverzeichnisse nach Orten und nach Texten geordnet und eine Zusammenstellung von Nahost-Institutionen und -Organisationen.</p>
<p>Auch wenn man mit dem Prädikat «Ausgezeichnet» vorsichtig umgehen sollte, beim Reiseführer «Palästina. Reisen zu den Menschen» ist es am Platz.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/reisefuhrer.jpg/@@images/image/mini" /></p>
<p>Bock, Burghard, Tondok, Will: Palästina. Reisen zu den Menschen. Reise Know-How Verlag, München 2011. 241 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-30T07:52:48Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/makdisi-saree-palastina.-innenansichten-einer-belagerung">
    <title>Makdisi, Saree: Palästina. Innenansichten einer Belagerung</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/makdisi-saree-palastina.-innenansichten-einer-belagerung</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>«Ich kann meine kurzen, einleitenden Worte zu diesem Buch nicht beginnen», schreibt Alice Walker im Vorwort zur englischen Originalausgabe von 2009, «ohne mich schweigend und dankbar vor Autoren wie Charles Dickens, Harriet Beecher Stowe, Frederick Douglas, Victor Hugo und anderen zu verneigen, die, ebenso wie Saree Makdisi, den Mut, die Geduld, den Willen und Menschenliebe aufbringen, den Schmerz des Wissens um das Schicksal grauenhaft misshandelter Menschen auf sich zu nehmen (…), und über sie zu schreiben. Als ich das Buch las, hatte ich den Eindruck, dass nur ein Heiliger es ertragen kann, über so viel Grausamkeit und diabolischer Folter nachzudenken, wie die Palästinenser sie unter der israelischen Militärherrschaft täglich ertragen müssen.» Ich möchte mich dieser Hommage an den 1964 geborenen Autor anschliessen, in der Hoffnung, dass dieses Buch eine ähnliche politische Wirkung haben wird wie einst «Onkel Toms Hütte» für die Abschaffung der Sklaverei und «Oliver Twist» gegen Kinderarbeit<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderarbeit" title="Kinderarbeit"></a> und Pauperismus<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pauperismus" title="Pauperismus"></a> zur Zeit der Frühindustrialisierung<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChindustrialisierung" title="Frühindustrialisierung"></a>.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/makdisi.jpg" /></p>
<p>Was macht das Buch von Saree Makdisis so einmalig, so dass es die Lektüre der allermeisten andern Bücher über Israel/Palästina erübrigt? Es ist keine Schilderung des Widerstandes gegen die israelische Besatzungspolitik, sondern eine minutiöse Bestandsaufnahme des alltäglichen Belagerungszustandes. Es ist ein grosses Sittengemälde, wie wir Ähnliches von Malern und Schriftstellern kennen. Zu Wort kommen hier die Opfer der Besatzungspolitik – Bauern, Hirten und Hausfrauen aus den besetzten Gebieten – und es wird die alltägliche Schikane durch Behörden, Militär und Polizei geschildert. Begreifbar wird in diesem Report, dass ein normales Leben weder in der Westbank noch im Gazastreifen möglich ist, Die täglichen Erniedrigungen, Misshandlungen und gewaltsamen Übergriffe der Besatzungsbehörden und Militärs berauben die Menschen in Palästina ihrer Würde und Menschenrechte, machen sie zu Objekten einer unberechenbaren Willkürherrschaft, deren Ziel es ist, den Widerstandswillen eines ganzen Volkes zu brechen. Untermauert werden die persönlichen Schilderungen durch offizielle Aussagen, Dokumenten, Zeugnisse von Friedensengagierten (u.a. der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem) im Hintergrund durch die Feststellungen der neuen Historiker (wie Pappe, Zertal, Segev, Morris), welche seit bald 10 Jahren die Dokumente öffentlich machen, die die neue, die wirkliche Geschichte Palästinas schreiben, die die weltweit verbreiteten Mythen Lügen strafen. Makdisi leistet die dringend notwendige «Übersetzerrolle» zwischen den unendlich vielen Fakten dieser Wissenschaftler und der breiten interessierten Öffentlichkeit. Das Buch ist verständlich geschrieben, mit zahlreichen bisher nicht publizierten Karten und eigenen aussagekräftigen Fotografien illustriert sowie mit 42 Seiten kommentierten Quellenangaben untermauert. Es vertritt, wie viele neuere Forscher eine Ein-Staaten-Lösung.</p>
<p>Dieses Buch sollten alle lesen, die durchblicken wollen, was in Israel/Palästina geschehen ist und geschieht. Ich denke mir, wenn in Amerika und in Europa diese Informationen flächendeckend verbreitet würden, wäre der Nah-Ost-Konflikt zu lösen. Denn er wird, so meine Meinung, kaum von den beiden Völkern gelöst, wenn nicht die Zivilgesellschaft und die Politik der übrigen Welt mitwirken – und da haben Deutschland und die Schweiz ihren Beitrag zu leisten. Saree Makdisis Buch ist zu Recht nominiert für den «Humanitarian Book Award» und wurde vom amerikanischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter als eines der wichtigsten und besten Bücher der letzten Jahre zum Nahost- Konflikt bezeichnet.</p>
<p>Makdisi, Saree: Palästina. Innenansichten einer Belagerung. Laika Verlag, Hamburg 2011. 410 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-21T12:11:14Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/braverman-mark-verhangnisvolle-scham">
    <title>Braverman, Mark: Verhängnisvolle Scham</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/braverman-mark-verhangnisvolle-scham</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Jude Mark Braverman wurde 1948 geboren, lebt in Amerika, arbeitete als klinischer Psychologe und entwickelte neue Behandlungsansätze für die Krisenintervention und die Traumatherapie. Gegenwärtig widmet er sich jedoch voll der Arbeit für den Frieden in Palästina. Aufgewachsen in einem traditionellen jüdischen Zuhause war die Existenz des Staates Israel für ihn ein zentrales Merkmal jüdischer Identität: In der Staatsgründung war seinem Volk endlich Gerechtigkeit widerfahren. Doch seit er die israelische Wirklichkeit vor Ort kennen gelernt hat, zweifelt er daran, sieht die Vertreibung, das Unrecht, die Schikanen und die Willkür der israelischen Regierung und seine alte Gewissheit zerschellt an einer Mauer, die das Land durchzieht.</p>
<p>Er stellt Fragen zur Rolle der Religionen und den Möglichkeiten, die das interreligiöse Gespräch bei der Lösung des Konfliktes bieten kann und soll. Dabei argumentiert er vor allem mit jüdischen und christlichen Theologen der USA. Im ganzen Buch spürt man seine Betroffenheit: «Es ist eine Reaktion auf mein Entsetzen und meine tiefe Trauer darüber. Es stammt von einem Juden, der tief erschüttert ist von der Tatsache, dass Israel im Begriff ist, Palästina ethnisch zu säubern» (Seite 32). Für Nicht-Theologen ist das Werk teilweise etwas sehr fachspezifisch und schwer nachvollziehbar, obwohl einige der vorgetragenen Argumente überzeugen. So das aus dem Alten Testament abgeleitete «Argument» des Besitzanspruches auf Land, das zur konkreten Besetzung des Landes der Palästinenser geführt hat, oder die Feststellung «Der Zionismus war die Antwort auf den Antisemitismus des christlichen Europa» (74). Ebenso Aussagen von zitierten Autoren wie dem Israeli Boaz Evron, «Zwei fürchterliche Dinge geschahen den Juden in diesem Jahrhundert: der Holocaust und die Lehren, die sie daraus zogen» (35).</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/braverman" /></p>
<p>Dieses Buch gibt Antworten, die für Juden wie Christen gleichermassen unbequem sind. Es zeigt, auf welch fatale Weise sich in Israel die religiösen Traditionen des Bundes, der Auserwählung und der Landverheissung mit einem nationalistischen Eroberungsprojekt verbunden haben und wie Christen diesem auf Mythen basierenden Geschichts- und Glaubensverständnis schamhaft folgen. Er meint: «Israel leidet unter einer Form von kollektivem posttraumatischem Stresssyndrom» (244) und fragt mit Alex Sinclair: «Wann werden die USA damit aufhören, unsere Sucht zu unterstützen, indem sie die illegale und selbstzerstörerische Politik unserer Regierung finanzieren» (264).</p>
<p>Weiterhelfen könnte, wenn Juden und Christen selbstkritisch an die grossen prophetischen Traditionen ihrer je eigenen Bibel anknüpfen, Gerechtigkeit über alles stellen und zur Norm realen Miteinanderlebens machen. Dieser Geist prägt Mark Bravermans lesenswertes Buch. Klar ist ihm auch, dass blosse private Solidarität heute nicht mehr genügt, dass vor allem Amerika und Europa – also auch Deutschland und die Schweiz – politisch handeln müssen. Ein solches Handeln setzt indes, so meine ich, noch viel Aufklärung bei den politisch Verantwortlichen und der breiten Öffentlichkeit voraus. Und solche bietet, neben andern Autoren, auch Mark Braverman – er vor allem für Menschen, denen eine religiöse, jüdische wie christliche, Argumentation wichtig ist. Er liefert mit «Verhängnisvolle Scham» einen fundierten Beitrag zur bekannten These von Hans Küng: «Kein Weltfriede ohne Religionsfriede».</p>
<p>Braverman, Mark: Verhängnisvolle Scham. Israels Politik und das Schweigen der Christen. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2011, 335 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-21T12:01:38Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/ein-paar-fragen-an-nabila-irshaid-die-initianten-der-international-summeracademy-ramallah">
    <title>International Summeracademy Ramallah - ein paar Fragen an die Initiantin: Nabila Irshaid</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/ein-paar-fragen-an-nabila-irshaid-die-initianten-der-international-summeracademy-ramallah</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><i>Was brachte dich auf die Idee für die International Summeracademy Ramallah?</i></p>
<p>Ich habe die Idee schon seit ein paar Jahren. 2011 während des Arab Spring bin ich nach Ramallah gefahren, um zu schauen: was gibt es, braucht es eine Summeracademy, wie reagieren andere Kulturinstitutionen. Es gibt dort eine sehr reiche kulturelle Landschaft, in der Platz für die Summeracademy ist und habe viele Unterstützer dort gefunden.</p>
<p><i>Wer kann sich anmelden, welche Voraussetzung müssen erfüllt sein?</i></p>
<p>Teilnehmer sollten ein vertieftes Interesse auf dem Gebiet des gewählten Workshops Visual Arts, Urban Gardening und Timebased Media haben oder zeigen. Dafür wird ein konzentriertes und teamorientiertes kreatives Arbeiten geboten, in dem Werke entstehen können, die in der abschliessenden Ausstellung präsentiert werden. Für die Bewerbung sollte man ein kleines Portfolio oder einen kurzen Text mit Intentionen mit schicken. Alter oder Beruf sind nicht entscheidend.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/clipboard2.jpg" /></p>
<p><i>Warum findet diese Akademie gerade in der palästinensischen Stadt Ramallah statt?</i></p>
<p>Ramallah ist ein sprudelnder Dreh- und Angelpunkt. Es ist eine säkulare Stadt mit lebendiger Offenheit. Viele internationale NGOs haben dort Stützpunkte, in Cafés hört man fünf Sprachen an vier Tischen, die Menschen auf der Strasse sind freundlich und hilfsbereit, entspanntes Nachtleben und Strassenhunde, Urbanität und rastende Ziegenherden liegen dicht beieinander. In Ramallah herrscht Aufbruchsstimmung und blüht ein inspirierendes kulturelles Potential auf, dass ich zugänglich machen möchte.</p>
<p><i>Welchen Gewinn kann jemand für sich von der Summeracademy erwarten?</i></p>
<p>Die einzigartige Erfahrung, an diesem Ort kreativ zu sein und eigene Projekte unter professioneller Leitung zu verwirklichen. Wir konnten einzigartige Künstler als Lehrende gewinnen, die neben der künstlerischen Leistung auch soziale Fähigkeiten mitbringen. Der Austausch unter den Teilnehmern aus aller Welt ist sehr wertvoll und bildet oft nachhaltige Netzwerke.</p>
<p>Das entstandene Werk wird in einer Ausstellung in Ramallah präsentiert und wenn es gewünscht wird, von der Summeracademy weiter an andere Kunstinstitutionen vermittelt. Ganz wichtig ist der palästinensische Alltag, man bekommt einen eigenen Einblick in die Lebenssituation der Palästinenser. Jeder kann eigene Erfahrungen in einem Land sammeln, indem Politik und Religion nicht an erster Stelle stehen.</p>
<p><i>Welcher Mehrwert ist für Ramallah zu erwarten?</i></p>
<p>Art made in Palestine – goes world.</p>
<p><i>Wer bietet die Workshops an? Was ist deine Rolle vor und während der Academy?</i></p>
<p>Die Summeracademy Ramallah ist die rahmengebende Institution, wir haben kein Haus, aber organisieren die Workshops, suchen und engagieren die wunderbaren Workshopleiter:  Marcus Winterbauer, Berlin, Kameramann von «Rhythm ist it!» wird in die Welt des Filmemachens führen. Ando Yoo, Hamburg, Landschaftsarchitekt, bespielt den öffentlichen Raum und bearbeitet alles, was sich anbauen, begrünen und beackern lässt. Peter Ott, Basel, Film- und Theatermacher, wird eine experimentelle und multimediale Form des Recherchierens und Geschichtenerzählens ermöglichen, wobei Video, Foto, Film, Computer und Darstellende Künste einen Platz finden können.</p>
<p>Meine Aufgabe ist, den bestmöglichen Ablauf für jeden einzelnen Teilnehmer zu ermöglichen, das fängt beim Planen der Reise an, geht über eine Sightseeing Tour und ein bisserl Arabisch bis zu künstlerischen und technischen Fragen. In einem gewissen Rahmen sorge ich auch für Unterkunft, Reise, Fragen, Fragen, Fragen und alles Drumherum.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/055_.jpg" /></p>
<p><i>Welche Art Kunst machst du? Können wir etwas sehen?</i></p>
<p>Ich bin Activist Artist, eine Kunst, die live erlebt und mitgestaltet werden kann. Dokumentationen können im Nachhinein einen Eindruck geben oder die Kunstwerke, die zusammen entstanden sind. Für die nächste Zeit plane ich Bikeolution: eine friedliche Radtour von Ramallah nach Jerusalem mit dem Frauenfussball-Nationalteam von Palästina. Die jungen Sportlerinnen sind während der Fahrt elegant und auffallend gut gekleidet. Meine Webseite: <a href="http://www.nabilairshaid.com/">www.nabilairshaid.com</a> und http://www.summeracademyramallah.org/bikeolution.html</p>
<p><i>Wer steht dahinter und unterstützt die Summeracademy?</i></p>
<p>Dahinter, davor und mittendrin stehe ich als One-Woman-Show, Praktikantin mit Aufstiegschancen. Für einen Zeitraum von 3 Jahren vergibt das Land Salzburg ein Stipendium für einen Teilnehmer aus Salzburg. Und für ebenfalls drei Jahre kommt das Goethe Institut für das Honorar eines Workshopleiters aus Deutschland auf. Unser Verein Friends of Summeracademy Ramallah ist unser legaler Arm, man kann gerne beitreten.</p>
<p><i>Mit welchen Kosten für die drei Wochen muss jemand insgesamt rechnen?</i></p>
<p>Drei Wochen Workshop kosten € 750 für unter 35 Jahre, € 900 für alle darüber. Die günstigsten Zimmer, in denen man sich ein Zimmer teilt, kosten € 14 pro Nacht, €19 mit Frühstück, ca. € 300 und € 400 kommen dazu. Dann noch der Flug mit ca. € 300 – 500. Essen kann man sehr günstig. Insgesamt ca. €1.650.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-16T11:47:47Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/rawert-mechtild-christian-sterzing-christian-vogler-kathrin-hrsg.-nach-gaza">
    <title>Rawert, Mechtild, Christian Sterzing, Christian, Vogler, Kathrin (Hrsg.): Nach Gaza</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/rawert-mechtild-christian-sterzing-christian-vogler-kathrin-hrsg.-nach-gaza</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Nicht nur in Israel und Palästina, auch in Europa und der übrigen Welt haben die Vorfälle um die Enterung der Internationalen Hilfsflottille für den Gazastreifen im Frühsommer 2010 ein lebhaftes Echo ausgelöst, gab es weltweit eine Solidarisierung mit den Friedensaktivistinnen und -aktivisten, bei der Mehrheit der israelischen Bevölkerung eine grundsätzliche Zustimmung zum Einsatz ihrer Elitetruppe, aber auch Kritik an deren konkreter Durchführung.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/flottille.jpg/@@images/image/preview" /></p>
<p>Im vorliegenden Reader dokumentieren Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie kritische Beobachterinnen und Beobachter aus der Nähe oder Ferne die Aktion im Detail. Einige der Beiträge schildern minutiös, was an jenem 31. Mai 2010 auf der «Mavi Marmara» mit den 700 Passagieren, den fünf weiteren Begleitschiffen der Flottille und ihnen gegenüber bei den Soldaten und Soldatinnen der «Operation Seebrise» der israelischen Armee abgelaufen ist. In 44 Aufsätzen leuchten des Weiteren 28 Autorinnen und Autoren die Vorgeschichte des Lebens in Gaza und die Fragen des Völkerrechts bezüglich dieses Unternehmens aus. Zudem wird über die Medienberichterstattung im In- und Ausland, vor allem in Deutschland, referiert. Darunter findet sich auch das Dokument der Debatte vom 1. Juli im deutschen Bundestag, das von allen Parteien unterzeichnet wurde. Gerade diese Stellungnahme deutschen Politik, gedeckt durch viele öffentlich geäusserten Meinungen, streicht heraus, dass ein gewaltfreies Vorgehen der Zivilgesellschaft, wenn auch nicht ohne Verletzte und Tote als Opfer, durchaus Erfolg haben kann – was man sich, mit Seitenblick auf Aktionen des «arabischen Frühlings», wohl für das künftige politische Handeln im Israel/Palästina-Konflikt merken wird.</p>
<p>Rawert, Mechthild, Sterzing, Christian, Vogler, Kathrin: Nach Gaza. Zivilgesellschaft und internationale Politik. AphorismA Verlag, Berlin 2011, 222 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-16T09:46:17Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/leserbriefe/drei-anmerkungen">
    <title>Drei Anmerkungen</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/leserbriefe/drei-anmerkungen</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Zu Artikel in Seniorweb über Ronnys Song</h3>
<p>Schön ist, dass sich ganz im Sinne des arabischen Frühlings der Israeli Ronny <a href="http://denkbonus.wordpress.com/2012/03/25/we-will-never-bomb-your-country/" target="_blank"></a>mit dem Song «Iranians, we will never bomb your country, we love you!» einmischt und damit bis heute mehr als 680‘000 Menschen erreicht hat. Geben wir den Link weiter, dann wird er bald eine Million erreichen.</p>
<p>Gut ist es auch, dass Günter Grass sein Schweigen gebrochen hat und, wenn auch etwas ungeschickt und verklausuliert, Stellung bezogen hat und die heutige und die geplante künftige israelische Politik kritisiert. Es müssten ihm aus allen Ländern der Erde noch Tausende folgen.</p>
<p>Zum «Antisemitismus», den ihm einige Unbelehrbare vorwerfen, nur so viel: Ein Antisemit ist, nach Duden, ein Judengegner, ein Judenfeind. Doch Grass ist dies mit keinem Wort. Er kritisiert die israelische Regierung, welche als Gegner und Feind gerade die grossen Werte des Judentums verrät.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-10T11:55:20Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/shehadeh-raja-wandern-in-palastina">
    <title>Shehadeh, Raja: Wandern in Palästina</title>
    <link>http://www.hanspeter.stalder.ch/dossiers/palastina-israel/shehadeh-raja-wandern-in-palastina</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren wandert der bekannte Schriftsteller («Fremd in Ramallah») und Menschenrechtsanwalt Raja Shehadeh durch seine Heimat Palästina, immer dann, wenn er Zeit hat oder Ruhe sucht. In sechs Wanderungen führt er uns durch die Schönheiten des Landes zwischen Jerusalem und dem Toten Meer und dessen Geschichte. Allmählich verwandeln sich in seinem Reisebericht die äusseren Landschaftsbilder jedoch in innere, umfassendere, ergänzt durch Erklärungen und Deutungen. Auf einer ersten Ebene, wie ich den Text lese, geht es ihm noch vornehmlich um Flora, Fauna und die Landschaften. Doch diese Bilder und Erlebnisse werden zunehmend beschädigt und zerstört durch das, was die Israelis dort mit ihren Checkpoints, der 700 Kilometer langen Mauer und den Apartheidstrassen gemacht haben. Auf einer zweiten Ebene durchwandert er die Region mit einem wissenden Blick in die Vergangenheit. So steht er vor einem modernen Naturpark und erklärt, dass hier einmal ein palästinensisches Dorf gestanden habe, sieht er am Horizont eine Hügelkuppe, die einst Wälder überzogen, wo jetzt jedoch jüdische 5000 Siedler leben. Weiter sehe ich in der Erzählung eine dritte Ebene, welche die Gegenwart in ein grösseres historisches Umfeld stellt und von dort aus beleuchtet: Wie die Israelis seit Nakba und Sechstagekrieg das Land fast täglich mit moralisch illegalen Gesetzen und Bulldozern verkleinern, und wie es unmöglich wird, hier je einen Staat Palästina aufzubauen. Gegen Schluss des Buches erzählt der Autor von der Begegnung mit einem orthodoxen Juden, mit dem er sich auf ein Gespräch einlässt: «Ich war mir völlig im Klaren über die sich abzeichnende Tragödie und den Krieg, die uns beiden bevorstanden, dem palästinensischen Araber und dem israelischen Juden. Aber jetzt konnten wir beide hier für eine kurze Atempause zusammensitzen, eine „nergila“(Wasserpfeife) rauchen, vorübergehend verbunden in unserer beiderseitigen Lieben zu diesem Land. In der Ferne waren Schüsse zu hören, die uns beide schaudern liessen.»</p>
<p><img class="image-inline" src="../../bilder/raja-shehadeh/@@images/image/preview" /></p>
<p>Über Strecken spürt man bei Shehadeh eine ähnliche Haltung dem Land und den Menschen gegenüber wie bei Sumaya Farhat-Naser. Beide sind Liebende dieser Landschaft, Leidende am Schicksal ihres Volkes, Hoffende im Sinne eines «Credo, quia absurdum» (Ich glaube, weil es unvernünftig ist). Im Anhang des gut lesbaren Buches werden die arabischen Begriffe, die im Text verwendet wurden, erklärt. Schade bloss, dass eine geografische Karte mit den Orten, die erwandert wurden, fehlt. Dennoch: «Wanderungen in Palästina» vom Raja Shehadeh ist ein empfehlenswerter journalistischer Zugang zu dem, was einmal das Heiliges Land hiess.</p>
<p>Shehadeh, Raja: Wanderungen in Palästina. Unionsverlag, Zürich 2011, 250 Seiten</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-03T14:06:25Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
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