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Peer Gynt

Wellchen – Wellen von Musik und Worten

schlagen über mich,

schlagen mich auf den kahlen Fels meines Grundes,

dass ich blossliege, nackt, im Blut.

 

Offen liegen meine

wunden Gefühle, meine rohen Gedanken.

Alles, was von Menschen ist,

schlägt auf mich ein: «Hilf, Mutter, ich sterbe.»

 

Erschüttert lebe ich die andern:

«Schlaf und träume, mein Junge.»

die, die verlieren, und die, die irren, die trauern,

jene, die gewinnen – im Wüstenschiff, im Traumparadies.

 

Peer, der als Troll durch die Welt irrt und tanzt,

suchend, raubend, lügend, findend – mit Odysseus, Parsifal und Wilhelm.

«Wer bist du?» – «Ich selbst.»: Schicksal, Tollhaus, Prophetie.

Ase, die ihn geboren, und Solveig, die ihn liebt und geliebt.

 

Wellen von ihnen nach aussen, von aussen nach innen,

im Wald, im Sand, auf Meeresklippen, im Hochgebirge, im Araberland.

Wellen in vielen, voll ewiger Lust, im jüngsten Gericht.

Säuselnd, singend, mit Flöten und Blech, in Wind und Stürmen.

 

Bilder, Landschaften, Ereignisse, Schicksalsschläge.

Klänge und Worte, die die Welt umspannen.

Worte, die Melodie brauchen, um zu sprechen.

Der kleine grosse Peer Gynt und seine liebende Liebe.

 

23. Juli 1997
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